Welterbeverträglichkeit gefährdet.

 

Unmut, Verärgerung und Kritik haben die jüngst bekannt gewordenen Äußerungen der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, zu den nachträglichen Eingriffen in die – eigentlich längst abgeschlossene – Planung der Umgestaltung des zweiten Bauabschnitts der Karl-Marx-Allee ausgelöst.

Grünstreifen statt Parkplätze
Karl-Marx-Allee II: Begrünung statt Parkplätzen? (Quelle: Senatsverwaltung).

Während für die Senatsverwaltung die »einstige DDR-Paradestraße« durch die nun vorgesehene Begrünung des Mittelstreifens – wie es sie im ersten Bauabschnitt der ehemaligen Stalinallee zwischen Strausberger Platz und Proskauer Straße seit jeher gibt – im zweiten Bauabschnitt durchaus an Qualität gewinne, befürchtet Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut eine Beeinträchtigung der »Echtheit und Unversehrtheit des möglichen Welterbes«, die die Welterbeverträglichkeit des Denkmalbereichs insgesamt gefährden kann.

Nach Protesten u. a. auch des Regierenden Bürgermeisters ist laut rbb24 nun ein »klärendes Gespräch« zwischen Regine Günther und Klaus LedererSenator für Kultur und Europa, gleich im ersten Quartal des Jahres 2020 anberaumt worden, bei dem neben »Aspekte[n] der Verkehrswende, des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung […] auch Belange des Denkmalschutzes im Hinblick auf eine künftige Weltkulturerbe-Bewerbung Berlins bei der UNESCO zu berücksichtigen« seien.

Visualisierung des Grünstreifens (Quelle: Senatsverwaltung).
Visualisierung des Grünstreifens (Quelle: Senatsverwaltung).
mm

Über Achim Bahr

Achim Bahr ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins STALINBAUTEN e.V.