Stalinbauten?

Einst verächtlich als »Stalinbauten« und »Arbeiterpaläste« im »Zuckerbäckerstil« apostrophiert, erstrecken sich die Bauwerke des sozialistischen Klassizismus vom Strausberger Platz entlang der Karl-Marx-Allee Richtung Osten bis über das Frankfurter Tor hinaus in die Frankfurter Allee – ein Boulevard von 2,3 Kilometern Länge und 90 Metern Breite, beidseitig gesäumt von jeweils sieben groß dimensionierten Wohnblöcken mit bis zu 12 Stockwerken, erbaut im Rahmen des »Nationalen Aufbauprogramms Berlin« nach den »16 Grundsätzen des Städtebaus« der DDR von den Architekten (-Kollektiven) Egon Hartmann, Hermann Henselmann, Hanns Hopp, Kurt W. Leucht, Richard Paulick und Karl Souradny zwischen 1952 und 1957.

Sozialistischer Klassizismus

Die ehemalige Stalinallee stellt – zumindest in Europa – die letzte Verwirklichung eines groß angelegten stadtplanerischen Gesamtkonzepts dar, dessen ästhetische Qualitäten nicht nur des ersten Bauabschnitts mittlerweile unstrittig sind. Die Wohnungen – ausgestattet mit Fernheizung, Toiletten, Bädern, Aufzügen, Müllschluckern und Gegensprechanlagen – waren zu ihrer Entstehungszeit in der noch weithin zertrümmerten Stadt nicht nur besonders prachtvoll, sondern auch außerordentlich luxuriös.

Stalinallee, Postkarte
Stalinallee, Postkarte

Kulturhistorisches Erbe

Die Bauten des sozialistischen Klassizismus sowie der dazugehörigen Anlagen des ersten Bauabschnitts der ehemaligen Stalinallee – heute Karl-Marx- und Frankfurter Allee zwischen Strausberger Platz und Proskauer Straße – sowie an Weberwiese, Weidenweg, Auer– und Loewestraße und angrenzender Bauten und Anlagen in Berlin-Friedrichshain sind seit 1989 als Denkmalbereich geschützt.

Bürgerschaftliches Engagement

Dieses herausragende Ensemble städtischer Baukultur gilt es als kulturhistorisches Erbe zu bewahren. Zu diesem Zweck wurde der anerkannt gemeinnützige Verein STALINBAUTEN e. V. gegründet – mit dem Ziel, Schutz und Pflege, Bewahrung und Erhaltung des Denkmalbereichs sowie das bürger­schaft­liche Engagement der Bewohner und Gewerbetreibenden hierfür mit Veranstaltungen, Publikationen und Projekten in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Ämtern, Behörden und Institutionen zu fördern.

Gerne möchten wir Sie als Mitglied oder Förderer des Vereins gewinnen – engagieren Sie sich, machen Sie mit !

Weberwiese, Entwurf 1952
Weberwiese, Entwurf
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Über Achim Bahr

Achim Bahr ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des Vereins STALINBAUTEN e.V.