Verwahrlosung, leicht zu beheben.

Am 27. Juni 2022 haben wir u. a. mit Mitgliedern dreier Fraktionen der BVV Friedrichshain-Kreuzberg einen Spaziergang auf der Allee unternommen, um auf die Verwahrlosung des Informationssystems aufmerksam zu machen, die meist schon durch einfache Reinigung zu beheben wäre – nur einige müssen repariert und eine (Nr. 22) vollständig erneuert werden.

Das Informationssystem entlang der Allee; Nr. 22 fehlt komplett; Fotos: © 2022 Iris Lier.

Zwei der obigen Tafeln – Nr. 19 und 20 – wurden inzwischen probeweise unsererseits gereinigt, um zu demonstrieren, dass die Reinigung mit einfachsten Mitteln möglich ist.

Eine tabellarische Übersicht zum aktuellen Zustand der Schautafeln steht als pdf zum download zur Verfügung, die Position aller Stelen – mit Kennzeichnung (grau) der zerstörten – und deren Inhalte sind aus unserer interaktiven Karte ersichtlich:

Interaktive Karte: 36 Stelen mit 40 Schautafeln zur Geschichte der Stalinbauten.

Bei Gelegenheit dieses Spaziergangs haben wir auch noch einmal den Zustand der Laternen und Grünflächen sowie die nach wie vor unverändert desolate Situation im Café Sibylle bzgl. der – seit 3 ½ Jahren – verlorenen Ausstellung erörtert.

Während der lebhaften Gespräche wurde ein fraktionsübergreifendes Interesse an unseren Themen deutlich und vereinbart, die Probleme nach– und miteinander lösen zu wollen …

Unter dem Titel: »Schautafeln an der Karl-Marx-Allee: „Man schämt sich“« berichtete Patrick Goldstein am 22. Juli 2022 in der Berliner Morgenpost über die fortschreitende Verwahrlosung des Informationssystems (pdf):

Die Straße soll Weltkulturerbe werden. Dabei sorgt der Bezirk nicht einmal für eine Pflege der Historien-Tafeln.

Nachtrag

Zur Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg am 30. November 2023 hat Dr. Michael Heihsel, FDP, einen Antrag bzgl. des Informationssystems (DS/0461/VI: pdf) eingebracht; demnach sollen außer der Reinigung der vorhandenen die »zerstörten und teilweise fehlenden Stelen […] zeitnah ersetzt« und zukünftig gepflegt werden.

Zur Begründung führt er aus:

Die Stelen an der Karl-Marx-Allee informieren über die historische Bedeutung der Karl-Marx-Allee und ihre Geschichte. Diese Informationen sind für Interessenten, Passanten und Bürger aktuell nicht vollständig zugänglich, da die Stelen stark verunreinigt, beschädigt oder sogar entwendet wurden. Besonders auch im Hinblick auf die Bewerbung der Karl-Marx-Allee zum UNESCO-Weltkulturerbe müssen die Informationsstelen wieder repräsentativ instandgesetzt werden.

Kurz zuvor hatte er via Twitter sein Erstaunen darüber mitgeteilt, dass einige der Tafeln neuerdings mit Veranstaltungshinweisen des Bezirksamts (!) beklebt worden sind, und fragt deshalb (Drucksache DS/0507/VI: pdf):

    1. Warum werden die Informationsstelen an der Karl-Marx-Allee insbesondere im Hinblick der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe nicht instandgesetzt?

    2. Wann wurden die Stelen das letzte Mal gereinigt und repariert?

    3. Warum überklebt das Bezirksamt seine eigenen Stelen mit Infoflyern?

mm

About Achim Bahr

Der Künstler, Hochschullehrer, Historiker, Kurator und Autor Achim Bahr ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins STALINBAUTEN e.V.