Ausstellung in der Berlinischen Galerie.
»Bauen für die DDR« ist die Ausstellung über Josef Kaiser untertitelt, die ab 28. August 2026 in der Berlinischen Galerie gezeigt wird und »erstmals umfassend« Leben und Wirken jenes Architekten rekonstruieren soll, der »in zwei unterschiedlichen diktatorischen Systemen tätig war« und zu den »prägenden Vertretern ›sozialistischer‹ Architekturen der DDR« zählt:
Zwischen 1950 und 1980 realisierte er gemeinsam mit seinem Kollektiv zahlreiche staatliche und kommunale Bauprojekte, darunter das Berliner Kino International und das Café Moskau an der Karl-Marx-Allee.
Josef Kaiser: »Kino Kosmos« an der Karl-Marx-Allee.
Seine beruflichen Anfänge in NS-nahen Architekturbüros standen seiner Karriere im sozialistischen Staat nicht im Weg. Vielmehr galten seine Entwürfe, die auch international Beachtung fanden, als Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Aufbruchs. Viele der erhaltenen Bauten Kaisers sind heute als bedeutende Zeugnisse einer eigenständigen kulturellen Identität der DDR denkmalgeschützt.
Ebenso viele seiner Bauwerke wurden inzwischen allerdings auch entstellt, zerstört oder abgerissen.
Obwohl unser Mitglied Simone Hain und Thomas Zill schon seit Jahren – zuletzt im Rahmen unseres Kolloquiums »Zerrissene Moderne« – Leben und Wirken des Architekten und (zeitweiligen) Opernsängers wissenschaftlich thematisieren, wurden sie an der Konzeption der Ausstellung nicht beteiligt.

